Aktuell Wir trauern um Hans-Jochen Vogel

Die SPD verliert heute nicht nur einen ehemaligen Vorsitzenden, sondern ein Vorbild an Anstand, Integrität und Verlässlichkeit. Mutiges Handeln aus Verantwortung zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Hans-Jochen Vogel. Mit seinen messerscharfen Analysen, getippt auf seiner alten Schreibmaschine, war Hans-Jochen Vogel der SPD bis ins hohe Alter wohlmeinender Ratgeber.

Hans-Jochen Vogel war zur Stelle, wann immer ihn die SPD gebraucht hat. Als Bürgermeister, Minister, Fraktionsvorsitzender und später Parteivorsitzender hat er seine Arbeit stets in den Dienst der Menschen gestellt. Als bekennender Christ und überzeugter Sozialdemokrat war ihm das Gemeinwohl und der gesellschaftliche Zusammenhalt ein besonderes Anliegen. Die SPD hat heute einen Freund verloren, auf dessen Leben wir stolz zurückblicken. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Veröffentlicht am 26.07.2020

 

Kommunales Unser Standpunkt: Neubaugebiete und Ortsentwicklung in Rheingönheim

Der grüne Süden von Ludwigshafen bleibt grün.

Derzeit wird heftig über die Zukunft unseres Stadtteils diskutiert, Ortsentwicklung und die Einrichtung von Neubaugebieten stehen dabei im Fokus.

Bei allem Für und Wider: wir müssen uns klar sein, welchen Zweck die Stadt Ludwigshafen mit der Einrichtung eines Neubaugebiets verfolgt. Gewinne für die privaten Grundstückseigentümer daraus zu erwirtschaften ist nicht die Absicht, sondern Wohnraum für Jung und Alt zu schaffen.
Wenn man gegen ein Wohngebiet votiert, sollte man gleichzeitig einen Plan B in der Tasche haben, wo eben dieser Wohnraum zu erstellen wäre.

 

Die SPD in Rheingönheim fasst die aus ihrer Sicht wichtigsten Punkte zusammen. Diese Sammlung will einen Überblick über den derzeitigen Informationsstand geben, weitere Informationen sind in  den Protokollen des Ortsbeirat (einsehbar über das Ratsinformationssystem (Link siehe unten) enthalten:
 

Größe der geplanten Gebiete:

Auf Plakaten werden große Flächen im Ludwigshafener Süden, vom Altholzweg bis zum Friedhof als Baugebiete bezeichnet. Das ist falsch. Diese Gebiete sind im Flächennutzungsplan von 1999 als mögliches Bauland vorgesehen.

Richtig ist: Derzeit geht es um ein viel kleineres Gebiet, welches sich vom Ortsrand bis ungefähr zur Höhe des Friedhofs erstreckt; in Richtung Neuhofen endet dieses Gebiet am Grünzug mit den Grabeland Flächen. Weitere Bebauung ist aktuell seitens der Verwaltung nicht vorgesehen, die SPD in Rheingönheim ist weiterhin dafür, lediglich diesen Bereich als Bauland auszuweisen. Aktuell geht es ohnehin entgegen der öffentlichen Diskussion lediglich darum, die weiteren Planungen im Bebauungsplanverfahren zu entwickeln – wie ein Baugebiet aussehen wird steht noch nicht fest!
 

Wohnraum in Ludwigshafen

Wie jede andere Stadt ist auch Ludwigshafen verpflichtet, Wohnraum vorzuweisen. Da im Bestand nicht genügend Wohnungen und Häuser vorhanden sind, müssen neue Flächen erschlossen bzw. bebaut werden.

Richtig ist: Sowohl im Neubruch, Sommerfeld als auch im alten Ortsteil sind Flächen vorhanden.

Falsch ist zu glauben, dass einerseits diese Flächen kurzfristig für Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Aus Gründen, die bei den jeweiligen Eigentümern liegen, werden dort keine Wohnungen/Häuser gebaut. Die Entscheidung liegt alleine bei den Grundstückseigentümern, da wir in einer freien Marktwirtschaft und in einer Demokratie leben. Im alten Ortskern können wir beim besten Willen nicht viele Grundstücke erkennen, die für den Neubau von Wohnraum geeignet sind. In der bisherigen Diskussion wurde weder von der Stadtverwaltung die Anzahl der Wohnungen genannt, die in Rheingönheim gebaut werden müssen, noch wurde eine Zahl der Grundstücke benannt, die in Rheingönheim noch „frei“ sind. Im ersten Schritt haben wir bei der Verwaltung angefragt, wieviel Wohnraum denn bis 2030 benötigt wird, eine Erhebung, wie viele Wohnungen in den nächsten Jahren frei sein werden, kann nur eine grobe Schätzung sein.

Weiterhin dürfen wir nicht vergessen, dass auch bezahlbarer Wohnraum benötigt wird. In einem möglichen Neubaugbiet sollen (so unsere realistische Forderung) ca. 20% der Wohnungen in einem bezahlbaren Preissegment angeboten werden. In Rheingönheim wie in ganz Ludwigshafen sind solche Wohnungen Mangelware, Neubauten in Rheingönheim können dazu beitragen, den Mangel zu vermindern.

Als südlichster Stadtteil von Ludwigshafen ist Rheingönheim dennoch ein Teil der Stadt. Aus diesem Grund sehen wir es als SPD nur als solidarisch an, auch einen Teil der Last zu tragen, nämlich Flächen für den Wohnungsbau nutzbar zu machen. In anderen Stadtteilen wird ebenso gebaut, somit gehört es aus unserer Sicht zu unserer Pflicht, beim Wachstum der Stadt mitzuarbeiten, damit Rheingönheim weiter im Rahmen der Stadt Ludwigshafen profitieren kann. Wir dürfen uns nicht zurücknehmen, sondern müssen uns solidarisch zeigen!
 

Flächenversiegelung

Es ist klar, dass durch den Bau von Gebäuden Flächen versiegelt und somit nicht mehr zur Regenwasserversickerung zur Verfügung stehen. Gerade in Zeit des Klimawandels gehört es zu den größten Fehlern, Flächen so zu planen, dass gerade bei Starkregen Wasser zu schnell abläuft, so dass die Kanalisation diese Mengen nicht fassen kann.

Genauso klar ist jedoch auch, dass jeder Bauherr sehr einfache Schritte unternehmen kann, um auf dem eigenen Grundstück versickerungsoffene Flächen zu schaffen und Regenzisternen anzulegen. Quasi vor unserer Haustür liegt ein gutes Beispiel, wie dies gelingen kann. Im Baugebiet „Fronhof 2“ in Bad Dürkheim werden neben den schon genannten Maßnahmen Gräben und Mulden angelegt, in die jedes Regenwasser eingeleitet wird und somit nicht die Kanalisation belastet. Nach diesem Vorbild fordert die SPD Rheingönheim die Ausgestaltung eines möglicherweise kommenden Bebauungsplans. Wir können als Ortsbeirat gerade hier Ideen einbringen, wie die Gestaltung der Grundstücke aussehen soll!

Durch diese Maßnahmen wird Rheingönheim weiter das sein, was es jetzt schon ist: ein Teil des grünen Südens unserer Stadt.
 

Naturland/Ackerland

Die Flächen „Im Kappes/Riedlang“ sind schon sehr lange keine unberührte Natur mehr, sondern dienen seit Jahrzehnten dem Ackerbau und müssen künstlich bewässert werden, da die Flächen als ehemaliges Schwemmland eine sandige Struktur aufweisen. Der Großteil der Grundstücksbesitzer hat sich in Voranfragen damit einverstanden erklärt, die Ackerflächen für die spätere Nutzung als Bauplätze zu verkaufen. Bereits seit 20 Jahren ist dieses Gebiet auch als Wohnbebauung im Flächennutzungsplan ausgewiesen, die Idee also keineswegs neu.

Richtig ist definitiv, dass wir auf Produkte aus heimischer und sogar regionaler Landwirtschaft angewiesen sind und dass die dann bebaute Fläche nicht mehr der Lebensmittelerzeugung zur Verfügung steht. Für die dann nicht mehr bebaubaren Äcker müssen Alternativen bzw. Ausgleichsflächen gefunden werden, um einen Ausgleich zu schaffen für den Platz, den Menschen (und unsere Mitbürger) zum Wohnen brauchen und der Fläche, die für die Nahrungsmittelerzeugung nötig ist.
 

Schule und Infrastruktur

Es liegt auf der Hand: die Mozartschule ist in die Jahre gekommen, die Gebäude sind von der Ausstattung, dem Platzangebot und der Gebäudetechnik aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß. Die Lage mitten im Ort mit seinen kleinen Straßen sorgt regelmäßig für problematische Situationen. Allerdings ist im Kern des Ortes keine ausreichende Fläche für eine Erweiterung oder einen Neubau vorhanden. Zwar können die größten Missstände durch regelmäßige Investitionen in die Gebäude behoben werden, das Gebäudeensemble bleibt jedoch immer noch, was es nun mal ist: nicht auf der Höhe der Zeit.

Unsere Forderung, (unabhängig davon, ob Rheingönheim ein Neubaugebiet bekommt oder nicht): die Schule muss incl. Turnhalle an einem anderen Platz in Rheingönheim neu errichtet werden, eine Schule mit mehreren Standorten wie von der Verwaltung vorgeschlagen erachten wir als SPD Rheingönheim als nicht praktikabel.

In diesem Zusammenhang müssen wir auch auf die nicht ausreichenden Hortplätze aufmerksam machen. Zwar wurde in den letzten Jahren viel unternommen, um die „Betreuende Grundschule“ zu stärken, gerade in Ferienzeiten stehen berufstätige Eltern vor großen Problemen.

Rheingönheim wächst. Vom Sandloch bis zur Arminia sind es Luftlinie ca. 1,7 km, die nahezu gleiche Strecke ist auch zwischen unserem Friedhof und der Bäckerei Görtz zu messen. Um auch weiterhin attraktiv zu sein schlagen wir die Einrichtung einer Ortsbuslinie vor, damit einerseits ältere Mitbürger weiterhin mobil sein können, andererseits auch Schulkinder ohne Schwierigkeiten (und ohne den Privat-PKW incl. Mama oder Papa als Chauffeur) die Schule erreichen zu können.

Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass der Ortskern in den Hauptverkehrszeiten „dicht“ ist. Grund sind zum großen Teil nicht die Einwohner Rheingönheims – es ist der Durchgangsverkehr, der uns zu schaffen macht. Mit oder ohne Neubaugebiet – dieser Zustand ist für die Einwohner in Rheingönheim nicht länger tragbar. Dabei sind Alternativen durchaus vorhanden: es existiert eine Umfahrungsmöglichkeit sowohl über die K7 als auch über die B9/B44, um z.B. nach Neuhofen/Waldsee zu kommen. Ein Antrag zur Erarbeitung von Möglichkeiten den Ortskern zu Entlasten wird Thema in einer der kommenden Sitzungen des Ortsbeirat sein.
 

Ortssanierung

Unsere OB Jutta Steinruck hat Anfang Juli angekündigt, eine Prüfung in die Wege zu leiten, ob Rheingönheim in ein kommendes Stadtentwicklungsprogramm aufgenommen wird. Wir freuen uns, dass dieses schon im Mai 2017 im Ortsbeirat diskutierte Thema weiter verfolgt wird.

Wichtig sind uns in diesem Zusammenhang drei Themen, die unbedingt zusammenhängen. Zum einen darf der Ortscharakter von Rheingönheim nicht zerstört werden. Modernisierungshilfen sind sinnvoll, aber bitte nicht auf Kosten der Dorfatmosphäre. Außerdem ist eine frühzeitige Bürgerbeteiligung unbedingt notwendig, damit eine Aufklärung stattfinden kann, was eine Sanierungskonzept konkret bedeutet. Weiterhin muss sichergestellt werden, dass niemand benachteiligt wird, d.h. die Mitbürger, die ihr Anwesen nicht sanieren wollen, sollen nicht schlechter gestellt werden. Außerdem: die Sanierung darf nicht zu wesentlich höheren Mieten führen. Verbesserte Wohnverhältnisse müssen honoriert werden, Mieten sollen weiterhin bezahlbar bleiben.

 

 

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger in Rheingönheim,
 

die SPD Rheingönheim ist sich der Tragweite eines möglichen neuen Baugebiets in Rheingönheim durchaus bewusst. Sicherlich gibt es „bittere Pillen“ zu schlucken, der Flächenverbrauch ist nur eine davon. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass die Vorteile überwiegen, wenn wir gemeinsam an diesem Thema arbeiten. Wie einleitend dargestellt: es geht darum, Wohnraum für Menschen zu schaffen und uns damit verantwortlich für die Daseinsgrundlage zu zeigen.

Eine Verhinderung der Diskussion würde nach unserer Sicht nicht zu einer Lösung der Probleme und Anforderungen führen, mit denen wir konfrontiert werden. Wir sind viel mehr der festen Meinung, dass eine gemeinsame Planung zu einem guten Kompromiss führt, nämlich einem gesunden Wachstum in unserem Ortsteil, ohne auf die Vorteile verzichten zu müssen, die wir an Rheingönheim so sehr schätzen.
 

Wir bitten Sie daher, in den aktuellen Diskussionen die verschiedenen Sichtweisen und Argumente zu bedenken und im Sinn des aller Mitbürger zu agieren und somit einen Kompromiss herbeizuführen, mit dem alle hier im Ort leben können.
 

Gerne stehen wir für Ihre Anregungen und Fragen zur Verfügung.
 

Ihre SPD in Rheingönheim

mit intelligenten Lösungen für unseren Stadtteil
 

Julia Caterina Appel
1.Vorsitzende SPD Ortsverein

Rainer G Geiger
1.Vorsitzender SPD Ortsverein

Peter Niedhammer
2. Vorsitzender SPD OV LU Rhg

Thomas Engeroff       

 Fraktionsvorsitzender OBR   

 

 

 

 

Weiterführende Links

Ratsinformationsystem: https://www.ludwigshafen.de/buergernah/politik/ratsinformationssystem

Baugebiet Frohnhof, Niederschlagswasser: https://www.bad-duerkheim.de/rathaus-buergerservice/stadtentwicklung/bauleitplanung/bebauungsplaene-rechtskraeftige-plaene/broschure-regenwasser.pdf?cid=cyd

Flächennutzungsplan Ludwigshafen: https://www.ludwigshafen.de/nachhaltig/planen-bauen-wohnen/bauleitplanung/flaechennutzungsplan

Veröffentlicht am 15.07.2020

 

Kommunales SPD sieht vertane Chance durch Ablehnung des Wohngebiets

  • SPD Rheingönheim betont die Wichtigkeit von Wohnraum als Standortkriterium
  • Ökologie muss kein Ausschlussfaktor sein
  • Gute Beispiele sind in der Nachbarschaft zu finden.
In der Sitzung des Ortsbeirat Rheingönheim wurde das zur Abstimmung vorgelegte Projekt zur Einrichtung eines Neubaugebiet im Riedlang/Kappes durch die Mehrheit der Stimmen von CDU/FWG abgelehnt. Die SPD-Fraktion sieht in dieser Ablehnung eine vertane Chance, das Wachstum unserer Stadt und unseres Stadtteils aktiv mitzugestalten.
Die Stadträtin Julia Appel zeigt sich immer noch überrascht: „Die Beweggründe, warum die CDU/FWG so abgestimmt hat, wurden hinreichend dargelegt. Der Schutz der Umwelt und die dargestellte Bedrohung zunehmende Versiegelung sind zwar grundsätzlich nachvollziehbare Gründe, aber da es bei der Abstimmung erst einmal um die Einrichtung des Baugebiet an sich und nicht um den Bebauungsplan geht, können wir die Ablehnung immer noch nicht ganz nachvollziehen. Zudem,“ ergänzt die Stadträtin, „hat sich die CDU im Kommunalwahlkampf für die Schaffung von Wohnraum ausgesprochen. Dieser muss dann wohl an anderer Stelle gebaut werden, Flächen werden dann dort versiegelt.“

Die SPD Fraktion betont, dass das zur Verfügung stellen von Wohnraum ein Wahlkampfversprechen der SPD bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr war. „Wir hoffen, dass die Ablehnung des Antrags nicht zu Lasten der Wirtschaftskraft unserer Stadt geht. Wohnraum ist immer ein Standortfaktor.“, betont Ortsbeirat Peter Niedhammer.

„Genauso ein Standortfaktor ist eine intakte Natur. In diesem Punkt wollen wir uns nicht mit unseren Kollegen im Ortsbeirat streiten. Wir sehen nur nicht, dass das Erschließen eines Baugebiets zwangsläufig zum „Zubetonieren“ der Landschaft führen muss. Wir hätten gerne zusammen mit allen Parteien im Ortsbeirat für ein lebens- und naturnahes Wohnen im Baugebiet „Im Kappes“ gekämpft“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende Thomas Engeroff und fügt zu, „dass das Baugebiet „Im Fronhof“ in unserer Nachbarstadt Bad Dürkheim genau die Kriterien erfüllt, die wir verfolgen. Durch das angewandte Konzept stehen genügend Sickerflächen zur Verfügung, so dass das Regenwasser im Gelände bleibt. Durch diese Planung weist das Gelände eine sehr lockere Bebauung auf.“

Die SPD Fraktion hofft, dass die Planungen noch nicht ganz vom Tisch sind und legt Wert darauf, in Zukunft weiterhin eine offene Diskussion führen zu wollen.

Veröffentlicht am 18.06.2020

 

Kommunales Wohnraum und Neubaugebiete in Rheingönheim SPD steht verlässlich und transparent zu ihren Forderungen

  • SPD Rheingönheim steht zum Neubaugebiet: natur- und familiennah mit bezahlbarem Wohnraum
  • Keine Schwarz-Weiß-Malerei: Innen- und Außenentwicklung gehen Hand in Hand
  • Angepasste Infrastruktur, ÖPNV, Schule und Kita sind Voraussetzung
  • Wachstum als Garant für aktives Mitgestalten

Ludwigshafen ist eine Stadt im Wandel – vor einigen Jahren Stellendezimierung bei einem großen Arbeitgeber in der Stadt, dann bis heute eine nachhaltige Erholung, gleichzeitig tiefgreifende Veränderungen in baulicher wie verkehrspolitischer Hinsicht prägen das Gesicht unserer Stadt.

Wir in Rheingönheim wohnen im „Grünen Süden“ von Ludwigshafen, viele Probleme und Themen scheinen uns nicht zu betreffen. Leider spiegelt diese Haltung nicht die Wirklichkeit wider, da auch wir Rheingönheimer Bürger von Ludwigshafen sind. Da wir auch von den Vorteilen profitieren, in einer Kommune der Metropolregion zu wohnen, müssen und wollen wir uns auch aktiv am Wachstum beteiligen.

Als Ortsverein der SPD in Rheingönheim stehen wir zu der sozialdemokratischen Tradition der gemeinsamen und sozialen Teilhabe, d.h. wir können uns nicht aus der Gemeinschaft ausklinken und nur von den Vorteilen profitieren zu wollen.

In Rheingönheim wird in der Gemarkung Riedlang/Kappes ein Neubaugebiet geplant. Die SPD Fraktion hatte in der Sitzung des Ortsbeirats zum Jahresbeginn sehr deutlich gemacht, dass es für ein Neubaugebiet klare Forderungen gibt. Der Neubau einer Schule und möglichst nicht die Verteilung auf mehrere Gebäude, Anschluss an die Straßenbahn durch Weiterführung der Trasse Richtung Neuhofen und, dass kein Teil unseres Stadtteils abgehängt wird, sind auch heute selbstverständliche Forderungen unserer Fraktion.

Jutta Steinruck fordert in Ihrer Agenda mehr bezahlbaren Wohnraum. Diese Forderung unterstützt auch die SPD in Rheingönheim, das Neubaugebiet muss unter diesen Gesichtspunkten eine ausreichende Fläche für Wohnungen mit bezahlbaren Mieten ausweisen. Wir wünschen uns ein lebens- und naturnahes Wohnen für alle Alt- und Neubürger in Ludwigshafen-Rheingönheim.

Wie schon im Kommunalwahlkampf 2019 gefordert, darf der alte Ortskern nicht vernachlässigt werden, d.h. Investitionen in die Infrastruktur (Straßen, Energieversorgung, Fernwärme) sind schon lange überfällig. Als langjährige Rheingönheimerin äußert sich die Stadträtin und Mitglied im Ortsbeirat Julia Appel zu den Ideen, ein Neubaugebiet zu entwickeln: “Regelmäßig werden wir von Bürgern angesprochen, die Wohnraum in Rheingönheim suchen. Die Information, dass bald ein neues Baugebiet geplant wird, wird durchaus positiv aufgenommen.“ Zu den Forderungen, ein Sanierungsgebiet im Innenbereich des Ortsteils einzurichten und kein Neubaugebiet zuzulassen, findet sie noch deutlichere Worte: „Es zeugt es von einer gewissen Doppelmoral, wenn Ortsbeiräte, die in den Rheingönheimer Neubaugebieten gut wohnen, dies anderen Familien verwehren wollen. Ich habe kein Verständnis für diese Schwarz-Weiß-Malerei: wir brauchen ein Gesamtkonzept für eine Entwicklung des Ortsteils als Ganzes und kein Auseinanderdividieren. Was spricht dagegen, ein Neubaugebiet zu planen und den Altbestand zu pflegen und Baulücken zu schließen? Für mich ist das kein Widerspruch.“

„Außerdem stehen im „Alt“Ortsteil gar nicht die Flächen zur Verfügung, die für ein Wachstum des Orts nötig sind“, fügt Rainer Geiger als Vorsitzender des Ortsvereines zu. „Stillstand ist Rückschritt. Ohne ein sinnvoll durch ein Ortskonzept geregeltes Wachstum werden wir in Rheingönheim auf kurz oder lang abgehängt. Es geht nicht darum, den Ortscharakter durch blindes Wachstum zu zerstören, sondern Menschen - und familiennah zu planen.“

„Wo möglich wollen wir „aus dem Bestand heraus“ entwickeln und trotzdem Alternativen bieten,“ meint Thomas Engeroff, Fraktionssprecher der SPD Rheingönheim. „Als meine Familie und ich vor einigen Jahren nach Rheingönheim gezogen sind, hatten wir auch die Wahl, einen Neubau im Neubruch zu beziehen. Wir haben uns jedoch bewusst für die Renovierung eines Altbaus im älteren Ortsteil entschieden. Warum sollen wir Familien vorschreiben, wo sie wohnen sollen? Indem wir beide Möglichkeiten bieten, kann jeder in Rheingönheim seinen Platz zum Leben finden. Ich sehe keinen Grund darin, nicht beide Projekte, Innenentwicklung und Neubaugebiet voranzutreiben. Wir sehen uns deutlich auf gleicher Linie mit unserer OB Jutta Steinruck, die sich immer nachhaltig für die Schaffung von Wohnraum einsetzt.“

Angesprochen auf die Idee der Stadt, eine „geteilte Schule“ zu bauen, d.h. die Gebäude in der Hilgundstraße weiter zu betreiben und hinter der Endstelle ein neues Schulgebäude für zwei Klassen zu errichten, äußert sich Oliver Bellin als Sprecher für Schulangelegenheiten:  „Ich bin selbst Vater von zwei Kindern. Den Umstand, die Kinder in zwei verschiedene Gebäude bringen oder später abholen zu müssen, betrachte ich nicht als familiennah. Die Bestandsbauten in der Hilgundstraße genügen in weiten Teilen nicht mehr den Anforderungen an moderne Gebäudeinfrastruktur. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Unterbringung der Schule an einem Standort modernes Lernen und größtmögliche Flexibilität in der Gestaltung des Schulalltags ermöglicht. Als SPD Rheingönheim fordern wir eine neue Schule in einem Gebäude und ein an den wachsenden Bedarf angepasstes Kita- und Hortkonzept.

„Bei der Idee eines Sanierungsgebiets im alten Ortsteil müssen alle Rahmenbedingungen beachtet werden“, meint der stellv. Ortsvorsteher und Ortsbeirat Peter Niedhammer. „Ein offizielles, förderfähiges Sanierungsgebiet stellt auch Ansprüche an die Grundstückseigentümer. Zwar sind Fördermittel ein sehr ansprechendes Instrument, da jedoch an viele Bau- und Renovierungsvorhaben enge Vorschriften geknüpft sind, können Bauherren nicht unbedingt frei entscheiden, höhere Kosten sind möglich. Wenn es um das Thema der innerörtlichen Entwicklung geht fordert die SPD Rheingönheim einen Anwohnerbeteiligung, damit alle Beteiligten über die Vor- und Nachteile bzw. über die Alternativen aufgeklärt werden können.“ Als Alt-Rheingönheimer freut sich Niedhammer über die Planungen für ein neues Gebiet, weist aber auch darauf hin, dass der „grüne Süden“ in Ludwigshafen nicht zubetoniert werden darf. „Ich bin sicher, dass unsere Stadtspitze die Versprechen für ein nachhaltiges und familiengerechtes Wohnen im Bebauungsplan umsetzt. Und dazu gehört nach unserem Verständnis, ökologisches und naturnahes Bauen vorzusehen. Dass der Ortsbeirat hierbei beteiligt wird, ist auch gut geübte Praxis.“

Kontakt

Julia Appel   j.appel@spd-rhg.de
Rainer G Geiger  r.geiger@spd-rhg.de

Veröffentlicht am 05.06.2020

 

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